Beier et al – Mind the Gap

34,00 

Betty Beier, Anke Jentsch, Stefan Mayer, Anna Wiehl

Mind the Gap

Hamburg: AVINUS 2026

ISBN: 978-3-86938-213-5

92 Seiten, Hardcover mit zahlreichen Abbildungen

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Beschreibung:

Wie entsteht ein transdisziplinäres Projekt im Bereich künstlerischer Forschung – bzw. forschender Kunst? Oft aus einem Moment des Innehaltens, einem geteilten Staunen – aus der Ahnung, dass aus verschiedenen Perspektiven etwas Neues erwachsen kann. Mind the Gap ist genau daraus entstanden – aus der Begegnung einer Künstlerin, einer Naturwissenschaftlerin, einer Medien­wissenschaftlerin und eines Kunstpädagogen, die gemeinsam ausloten, was passiert, wenn Kunst, Wissenschaft und Bildung in Resonanz treten. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit dem Verlust von Biodiversität – einem Thema, das uns alle betrifft und doch selten dazu führt, dass Erkenntnis und Emotion in zukunftsgerichtetes, konstruktiv-transformatives, gestalterisches Handeln münden. Mind the Gap zeigt, wie sich solche Impulse entfalten lassen – wie Brücken entstehen zwischen Disziplinen, Generationen und Denkweisen. Mind the Gap dokumentiert und reflektiert diesen transdisziplinären Prozess: Es vereint Essays, Bild-Text-Dialoge, wissenschaftliche Reflexionen und künstlerische Positionen zu einem dichten Geflecht von Stimmen und Blickwinkeln. Im Zentrum stehen die Arbeiten der Künstlerin Betty Beier, die seit über 25 Jahren die Spuren menschlicher Eingriffe in Landschaften in ihrer forensischen Kunst sichert – als ästhetische Verdichtung ökologischer und gesellschaftlicher Konflikte. Dieser Band ist eine Einladung, verschiedene Perspektiven auf das Post-Anthropozän zu nutzen, um in den Austausch zu kommen – Räume zu öffnen, in denen Denken und Fühlen, Forschen und Gestalten, Wissen und Handeln in konstruktive Resonanz kommen. Ein Buch über verschiedene Annäherungsweisen und gemeinsame Anliegen – und den Funken, der wechselseitig überspringt, wenn Kunst und Wissenschaft aufeinandertreffen.

Betty Beier beschäftigt sich seit 1996 mit landschaftsverändernden Prozessen, die durch umstrittene Bauprojekte ausgelöst werden. Nach einem Studium der Bildhauerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (2003–2009, M.A. bei Prof. Georg Winter) gründete sie das „Erdschollenarchiv“ und initiierte verschiedene Klimaprojekte, u. a. in Island und Alaska. Dort war sie an der ersten Klima-Klage beteiligt, unterstützt durch den Kunstfonds Bonn. Weitere Projekte im In- und Ausland folgten. Bettys künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Forschung, forensischer Spurensicherung, Aktivismus und Kunst. In ihrer Arbeit kooperiert sie regelmäßig mit Wissenschaftler*innen. Ihre Ausstellungen und Vorträge thematisieren Fragen des Klimawandels und Umweltschutzes – u. a. im Saarländischen Landtag (2024), im Museum Kaiserslautern („Artists for Nature“, 2023), im Dommuseum Wien („Fragile Creation“, 2021–2022) sowie im Umweltbundesamt in Dessau. Seit 2010 lehrt sie Biopolymer-Kunststofftechnik und Myzel-Technologie als Lehrbeauftragte an der HBK Saar.

Anke Jentsch-Beierkuhnlein forscht zu Störungsökologie, Ökosystemdynamik, Pflanzenbiodiversität und Gemeinschaftsökologie – mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen des Klimawandels und extremer Wetterereignisse auf Ökosystemfunktionen, Resilienz und biogeografische Muster. Weitere zentrale Themen ihrer Arbeit sind Dynamiken in Schutzgebieten sowie die Frage nach ökologischer Neuartigkeit. Zu ihren Forschungsaktivitäten gehört die Leitung eines koordinierten Experiments zu extremer Trockenheit, Landnutzungsänderung und Invasion über Länder in Europa und dem Nahen Osten hinweg sowie die Teilnahme an anderen Forschungsaktivitäten zur Gemeinschaftsökologie und Vegetationskunde über Höhengradienten und über Ökoregionen hinweg. Aktuell ist sie Mitglied in vier internationalen Lenkungsausschüssen wissenschaftlicher Konsortien (SIGNAL, ClimMani, HerbDivNet, Drought-Net). Gemeinsam mit ihrer Forschungsgruppe und internationalen Kolleg*innen hat sie rund 150 Fachartikel in renommierten Zeitschriften wie Nature, Science, Ecology Letters, Reviews of Geophysics, Global Change Biology, New Phytologist und Frontiers in Ecology and the Environment veröffentlicht. Ihr besonderes wissenschaftliches Interesse gilt dem Verständnis von Pulsdynamiken in ökologischen Systemen.

Stefan Mayer – Bildhauer und Pädagoge. Er studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und erhielt anschließend ein DAAD-Stipendium für São Paulo, Brasilien. Dort intensivierte sich seine Ausstellungstätigkeit, unter anderem mit Einzelausstellungen im Museum für Zeitgenössische Kunst und im Goethe-Institut São Paulo. Seitdem arbeitet und stellt er regelmäßig in Brasilien und Europa aus. In seinem Bayreuther Atelier beschäftigt er sich mit raumbezogenen Installationen und ortsspezifischen Interventionen, darunter Arbeiten, die sich mit erdmagnetfeldabhängigen Ordnungssystemen auseinandersetzen. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Mayer als Kunstpädagoge tätig. Er unterrichtet Kunst und leitet den Fachbereich an einem musischen Gymnasium. Zudem war er über viele Jahre Dozent an der Universität Würzburg im Bereich Methoden des Kunstunterrichts und Gestaltung im Raum. 2011 promovierte er an der Universität Augsburg mit einer Wirkungsforschung zur didaktischen Vermittlung nicht visuell wahrnehmbarer Kunst. Seine Arbeit umfasst die systematische Erschließung kunstgeschichtlicher Ereignisse ohne direkten optischen Zugang, deren Einordnung in den kunsthistorischen Kontext sowie die Entwicklung didaktischer Konzepte für deren Vermittlung. Darüber hinaus engagiert sich Mayer in der Begabungsforschung und arbeitet mit verschiedenen Gruppen zur Förderung bildnerischer Talente. Er leitet einen Jugendkunstverein, der sich gezielt der Unterstützung und Weiterentwicklung künstlerisch begabter Jugendlicher widmet.

Anna Wiehl war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bayreuth tätig und arbeitete als Research Fellow für i-docs am Digital Cultures Research Centre der UWE Bristol. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte sind Digitale Kulturen, dokumentarische Praktiken, Partizipation und Wissensökologien. Ihr besonderes Interesse gilt dabei den Environmental Humanities und Nachhaltigkeitsdiskursen. 2010 schloss sie ihre Promotion im internationalen Programm Cultural Encounters ab. Von 2017 bis 2019 leitete sie das Forschungsprojekt New Documentary Networks and Worknets, 2019 habilitierte sie sich mit dem Thema The ‚New‘ Documentary Nexus. Networked | Networking in interactive assemblages. Von 2019 bis 2023 leitete sie ein internationales Forschungsnetzwerk zum Thema The Documentary and the Digital. Darüber hinaus setzt sie sich für Digitalisierung in der Bildung sowie transdisziplinäre Kooperation ein und engagiert sich für Transfer und Wissenschaftskommunikation.

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