Kalisch – Von der Ökonomie der Leidenschaften zur Leidenschaft für die Ökonomie

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Eleonore Kalisch

Von der Ökonomie der Leidenschaften zur Leidenschaft der Ökonomie. Adam Smith und die Actor-Spectator-Kultur im 18. Jahrhundert

448 S., 48 Abb., ISBN 978-3-930064-68-7, 48.oo EUR

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Beschreibung

Der Name Adam Smith verbindet sich noch heute bei vielen vor allem mit der Denkfigur der unsichtbaren Hand des Marktes, die in Zeiten des globalen Wettbewerbs das kollektive Imaginäre mit Ängsten oder quasi-religiösen Hoffnungen erfüllt. Hinter dem Mythos verschwindet der Mann, der zugleich eine zentrale Figur der britischen Culture of Sensibility war. Smith beschrieb das Leben in der Commercial Society des 18. Jahrhunderts als Leben in einer Gesellschaft von Zuschauern, die einander überwachen: Sein Modell war ein Theater der Sympathie und Vergeltung.

Vor diesem Hintergrund werden dramaturgische Schlüsselprobleme diskutiert. Das neue Paradigma des Nervenmenschen wird in den Kontext mediengeschichtlicher Umbrüche gestellt: von der Entwicklung des Mikroskops bis zur Einführung des Papiergeldes. In einem panoramatischen Epochenbild gewinnt der Moralphilosoph, Ökonom und Theaterliebhaber Adam Smith scharfe Konturen. So leistet die Studie einen originellen Beitrag zur Entzauberung des Mythos von der unsichtbaren Hand des Marktes.

INHALTSVERZEICHNIS:

  1. Leben in einer Gesellschaft von Zuschauern
  2. Das spektatorische Ereignis
  3. Das spektatorische Potential der schönen Künste: Moraltheorie und Ästhetik im Verständnis von Adam Smith
  4. Liberty of Conscience und Force of Morality: Zum Widerstreit zwischen Gewissens- und Habitus-Ethik
  5. Der Körper der Sensibility
  6. Richardsons Clarissa und Lessings Miß Sara Sampson
  7. Sympathy und Sensibility
  8. Sympathy und Theater
  9. Mr. Spectator
  10. Londoner Clubs: Streifzüge durch die soziale Topographie lokaler Actor-Spectator-Beziehungen
  11. Liebe zum System oder Abschied von Jupiter
  12. Auf den Daidalos-Flügeln des Papiergeldes
  13. Staatsfunktionen im „System der natürlichen Freiheit“
  14. Die unsichtbare Hand und die vielen sichtbaren Hände: Im Spannungsfeld von System und Akteur

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis